Amokfahrer gestoppt: Taxifahrer erhält Rettungsmedaille
Veröffentlicht: Dienstag, 28.07.2026 18:06

Amokfahrt vom Rosenmontag 2025
Mannheim (dpa) - Taxifahrer Muhammad Afzal hat im März 2025 den Amokfahrer von Mannheim gestoppt - und ist dafür mit der Rettungsmedaille des Landes Baden-Württemberg ausgezeichnet worden. «Auch wenn Sie kein Held sein wollen, so sind Sie doch einer geworden», sagte Innenminister Manuel Hagel (CDU) bei der Verleihung in Mannheim. «Das ist der Geist, den wir in diesem Land so dringend brauchen.»
Der 48-jährige Afzal, der mit seiner Frau und seinen vier Töchtern gekommen war, zeigte sich bei der Verleihung zurückhaltend. Er bedankte sich bei der Stadt Mannheim und dem Bundesland Baden-Württemberg. «Diese Bescheidenheit, diese Bodenständigkeit ist genau das, was unseren Preisträger auszeichnet», betonte Hagel.
Afzal stoppte den Täter am 3. März 2025, indem er dessen Auto mit seinem Taxi blockierte. Der Täter schoss laut Landgericht Mannheim mit einer Schreckschusswaffe gegen die beschädigte Windschutzscheibe, um Afzal einzuschüchtern, und flüchtete. Kurz darauf fasste die Polizei den Mann.
Muhammad Afzal begab sich in Lebensgefahr
«Ihr Handeln war nicht nur mutig, es war von unschätzbarem Wert und hat ganz konkret Menschenleben gerettet», sagte der Innenminister an Afzal gerichtet. Er habe sich dem Täter in den Weg gestellt und mit seinem Fahrzeug die Ausfahrt blockiert, nachdem der Täter in eine Sackgasse gefahren war. «Sie taten all das in dem Wissen, dass Sie sich selbst dabei in größte Lebensgefahr begeben.»
Mannheims Oberbürgermeister Christian Specht und Manuel Hagel sprachen auch den Anschlag am Rande des Christopher Street Day (CSD) in Berlin an. Als der Termin für die Verleihung vereinbart worden sei, habe niemand wissen können, dass nur wenige Tage zuvor ein ähnlicher Anschlag mit einem Auto in der Hauptstadt begangen werden würde. «Ich wünsche mir, auch an einem Tag wie heute, dass wir wieder mehr nach dem Suchen, was uns verbindet, als nach dem, was uns trennt», sagte Hagel.
Die Rettungsmedaille kann nach Angaben des Innenministeriums an Menschen verliehen werden, die unter besonders schwierigen, mit Gefahr für das eigene Leben verbundenen Umständen andere aus Lebensgefahr gerettet haben. Nach früheren Angaben des Ministeriums wird die Ehrung rund fünfmal im Jahr verliehen.
Bei der Amokfahrt am 3. März 2025 wurden zwei Menschen getötet und 14 weitere verletzt. Der Täter, ein damals 40-jähriger Deutscher aus Rheinland-Pfalz, fuhr mit seinem Auto gezielt mehrere Passanten in der Fußgängerzone an. Das Landgericht Mannheim verurteilte ihn unter anderem wegen zweifachen Mordes zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe und ordnete die Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus an.




