Was hinter Helge Schneiders Beinahe-Konzert-Abbruch steckt
Veröffentlicht: Montag, 24.08.2026 17:15

Musiker
Ellwangen (dpa) - Probleme mit der Tontechnik haben nach Angaben der Landesgartenschau in Ellwangen zur Unterbrechung des Auftritts von Helge Schneider geführt. An der Schnittstelle zwischen der eigenen Technik und der des Musikers habe es gehakt, sagte LGS-Geschäftsführer Stefan Powolny der «Schwäbischen Zeitung». Beim Soundcheck sei noch alles gut gelaufen - vor mehreren Tausend Menschen habe die Lautstärke dann nicht ausgereicht.
«Wir haben dann recht schnell gemerkt, dass wir damit nicht gegen 7.000 Menschen in Festzeltstimmung ankommen, dafür ist Helge Schneiders Kunst nicht gemacht», so der Geschäftsführer weiter. Die Technik der Landesgartenschau habe das Signal von Schneiders eigener Abmischung nur auf einem Kanal erhalten. Ein einfaches Aufdrehen der Lautstärke sei keine Lösung gewesen, weil es zu Rückkopplungen mit anderen Anlagen gekommen sei.
Eine kurzfristige technische Lösung sei deshalb nicht möglich gewesen. Schneider und seine Band hätten dafür aufwendig neu verkabelt werden müssen, erklärte Powolny. Für künftige Veranstaltungen wolle die Landesgartenschau bei Künstlern, die ihren Ton selbst abmischen wollen, einen noch gründlicheren Soundcheck machen.
Der 70-jährige Musiker hatte seinen Auftritt am vergangenen Donnerstag zunächst nach rund 20 Minuten abgebrochen. «Eigentlich möchte ich jetzt weiterfahren und auf die Gage verzichten. Ich habe keine Lust mehr», sagte er Medienberichten zufolge. Zuvor soll es aus dem Publikum «Lauter!»-Rufe gegeben haben.
Keine Star-Allüren, sagt der Veranstalter
Powolny ging daraufhin selbst auf die Bühne und erklärte dem Publikum, dass Schneider wegen der technischen Probleme nicht in den «Flow» komme. Man habe die Wahl zwischen einem stillen Abend mit Helge Schneider oder gar keinem Abend mit ihm. Schneider kehrte anschließend auf die Bühne zurück und spielte noch rund anderthalb Stunden.
Nach dem Abgang war in sozialen Medien auch über mögliche Star-Allüren des Musikers spekuliert worden. Diesen Eindruck weist Powolny aber zurück. «Das kann ich so nicht bestätigen», sagte er. Hinter der Bühne habe man gemeinsam professionell abgewogen, wie der Abend noch zu retten sei. Dabei seien verschiedene Szenarien diskutiert worden, vom Abbruch bis zum Versuch, das Maximum aus der vorhandenen Technik herauszuholen.
Auch dem Publikum will Powolny keinen Vorwurf machen. Bei einer Gartenschau würden sehr unterschiedliche Menschen zusammenkommen - von eingefleischten Schneider-Fans bis zu Menschen, die den Auftritt eher nebenbei verfolgen.
Das sagt Schneiders Manager
Schneiders Manager Till Oellerking sagte der «Schwäbischen Zeitung», die Beschallungsanlage der Landesgartenschau sei nicht für die tatsächliche Zahl der Besucher ausgelegt gewesen. Das Team sei von rund 1.000 Menschen ausgegangen, tatsächlich hätten sich etwa 6.000 bis 7.000 Menschen für den Auftritt interessiert.
Viele Besucher außerhalb des Zeltdachs hätten Schneider deshalb weder sehen noch hören können und zunehmend nach mehr Lautstärke gerufen. Nicht die Zwischenrufe selbst seien der Grund für den Beinahe-Abbruch gewesen, sondern die Situation, dass ein großer Teil des Publikums das Konzert nicht richtig habe verfolgen können.


