Sport mit Hörgerät: Worauf sollte ich achten?
Veröffentlicht: Montag, 10.08.2026 06:23

Tipps vom Experten
Mainz (dpa/tmn) - Beim Sport bilden sich gerne mal Schweißperlen auf Ihrer Stirn? Tragen Sie ein Hörgerät, können die zum Problem werden. Dringt Feuchtigkeit in das System ein, können Schäden an der empfindlichen Elektronik entstehen.
Das lässt sich aber leicht vermeiden: «Ein Stirnband, eine Mütze oder ein Cap - je nach Sportart - kann Schweiß abfangen, bevor er die empfindliche Technik erreicht», rät Eberhard Schmidt, Präsident der Bundesinnung der Hörakustiker (biha).
Insbesondere ein Stirnband ist übrigens aus einem zweiten Grund praktisch: Es hält das Hörsystem an Ort und Stelle - gerade bei schnellen Sportarten wie Joggen oder Reiten eine gute Sache. Zu eng sollte das Band aber nicht sitzen, sonst drohen Druckstellen und Störgeräusche. Drei Fragen und Antworten zum Sporteln mit Hörsystem.
1. Welche Sportarten gehen mit Hörgerät - und welche nicht?
Bei den meisten Sportarten ist das Tragen eines Hörgerätes kein Problem. «Gerade bei Teamsportarten, bei denen es wichtig ist, Zurufe der Teamkollegen zu hören oder bei Sportarten, bei denen die Kommunikation zwischen Trainer und Sportler unverzichtbar ist, ist gutes Hören entscheidend», so Schmidt. Hier geht es also gar nicht ohne.
In einigen Fällen bleibt das Hörgerät aber besser in der Sporttasche oder zu Hause: Als Beispiel nennt Schmidt etwa Kampfsportarten, bei denen es zu engem und plötzlichem Körperkontakt kommt. Hier kann ein Schlag aufs Ohr ausreichen, um eine Verletzung durch das Gerät zu verursachen. Und natürlich kann auch das Hörgerät an sich dabei beschädigt werden.
Auch Wassersportarten wie Schwimmen widmet man sich lieber ohne Hörgerät. «Hörsysteme sind in der Regel spitzwassergeschützt, doch zu viel Feuchtigkeit tut der Elektronik nicht gut», sagt Schmidt.
2. Was gibt es zu beachten, wenn ich beim Sport Musik hören will?
Jogging-Playlist oder ein spannender Podcast: Gerade, wer alleine sportelt, braucht manchmal etwas Entertainment im Ohr für die Motivation. Lässt sich das Hörsystem per Bluetooth mit dem Smartphone verbinden, können Musik oder Podcast direkt ins Ohr gestreamt werden, wie Eberhard Schmidt erklärt.
Wer nicht im Fitnessstudio, sondern draußen unterwegs ist, sollte allerdings sicherstellen, dass Autogeräusche, Fahrradklingeln und Co. weiterhin zu hören sind. Das lässt sich in den Einstellungen des Hörgerätes regeln.
Noch ein Tipp: Wer mit musikalischer Begleitung Sport machen will, lädt das Hörsystem vorher lieber noch einmal auf, «denn das Streamen verbraucht mehr Akku», so Schmidt.
3. Was muss ich nach dem Training beachten?
Fertig geschwitzt? Gut! Bevor es unter die Dusche geht, sollte man Hörsystem abnehmen. Um sicherzustellen, dass der Schweiß keinen Schaden anrichtet, reinigt man die Geräte nun am besten mit einem weichen, fusselfreien Tuch, wie Eberhard Schmidt rät. «Anschließend sollten sie in eine speziell für Hörsysteme vorgesehene Trockenbox gelegt werden.»



