Schöner durch Knochenbrühe? Was wirklich in der Suppe steckt

Knochenbrühe aus Markknochen ist in einem Topf zu sehen
© Christin Klose/dpa-tmn

Gesunde Ernährung

Bonn (dpa/tmn) - Sie soll Kraft geben, das Immunsystem stärken und gilt als wahre Mineralstoffbombe: Die Rede ist von Knochenbrühe. In den USA wird sie als Schönheitsmittel angepriesen, berichtet das Bundeszentrum für Ernährung (BZfE). Aber was ist an den Versprechen dran?

Die Idee dahinter

Stundenlang kochen die Knochen, bis daraus eine Brühe entsteht. Dabei sollen die Inhaltsstoffe der Knochen - etwa Kollagen und Mineralstoffe - in die Suppe übergehen. Gerade Kollagen spielt in der Schönheitsindustrie eine wichtige Rolle. Klingt also vielversprechend.

Es gibt nur ein Problem: Beim Kochen zerfällt das Kollagen zu Gelatine und Aminosäuren, erklärt das BZfE. Und ob der Körper daraus dann wieder Kollagen aufbauen kann, hänge von vielen Faktoren ab. Es sei aber mehr als unwahrscheinlich, dass das Kollagen aus den Knochen im eigenen Körper in nennenswerten Mengen wieder auftauche. Es gebe auch keine Studien dazu, die dies belegten.

Schon zu Omas Zeiten ein Stärkungsmittel

Vermeintliche Schönheitseffekte sind das eine. Außerdem werden Knochenbrühe viele positive Auswirkungen auf die Gesundheit nachgesagt. 

Aber auch wenn die Brühe schon zu Omas Zeiten gekocht wurde und als Stärkungsmittel bei Erkältung oder im Wochenbett gilt: Es gibt laut BZfE dazu kaum etwas wissenschaftlich Haltbares. Zwar gebe es Hinweise, dass Hühnerbrühe auf bestimmte Marker eventuell einen positiven Einfluss haben könnte. Allerdings könne die gefühlte positive Wirkung bei Erkältung etwa auch am warm aufsteigenden Dampf sowie der wärmenden Flüssigkeit liegen. 

Der Gehalt an Mineralstoffen wie Kalium, Kalzium, Magnesium und Phosphor in der Brühe ist laut dem Bundeszentrum jedenfalls zu vernachlässigen. Dieser liege pro Portion bei weniger als fünf Prozent des Tagesbedarfs. 

Fazit: Längst nicht alles, was ihr zugesprochen wird, erfüllt sie. Dennoch schmeckt Knochenbrühe kräftig - und ihr Genuss kann guttun.

Zum Selbermachen braucht es wenige Zutaten - und viel Zeit

Wer Knochenbrühe selbst zubereiten will, muss die Knochen stundenlang auskochen - je nach Rezept kann das zwischen mindestens drei oder auch mehr als 24 Stunden dauern. 

Zunächst sollte man die Knochen kräftig in der Pfanne oder im Ofen rösten und dann mit reichlich Wasser und etwas Apfelessig kurz unter dem Siedepunkt erhitzen, rät das BZfE. Danach köchelt die Suppe mit den weiteren Zutaten für mehrere Stunden. Je nach Rezept und Lust kann man Fleisch, Gemüse, Gewürze und Kräuter hinzufügen. Zwiebeln, Suppengemüse sowie Nelken, Piment, Lorbeerblätter, Knoblauch oder Petersilie bieten sich an. Am Schluss kann man die Brühe noch mit etwas Jodsalz abschmecken.

Fertigbrühen enthalten teils viel Salz

Bei Fertigprodukten raten die Fachleute, auf den Salzgehalt zu achten. Dieser sei zum Teil sehr hoch. Manche Produkte enthalten demnach knapp drei Gramm Salz pro Portion. Das entspricht etwa der Hälfte der empfohlenen Tageshöchstmenge. 

Zudem sei die Herkunft der Knochen meist unklar. Bei einer selbst zubereiteten Suppe ist das anders - hier weiß man genau, was reinkommt.

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