Polizei: Motiv für Gewalttat an US-Grundschule weiter unklar
Veröffentlicht: Samstag, 17.10.2026 00:52

Kriminalität
Bend (dpa) - Nach einer schockierenden Gewalttat an einer Grundschule im US-Bundesstaat Oregon, bei der drei Kinder und eine Lehrerin getötet wurden, sind noch viele Fragen offen. «Alle wollen wissen, warum, auch wir», sagte der Chef der örtlichen Polizei, Mike Krantz, am Freitag (Ortszeit) bei einer Pressekonferenz. Das Motiv des 16 Jahre alten Tatverdächtigen sei weiter unklar. Der Schütze war von einem Einwohner der Stadt Bend erschossen worden, der ihn in die Schule eindringen sah und in ein Klassenzimmer verfolgte.
Krantz lobte das beherzte Eingreifen des 36-jährigen Familienvaters, der damit eine noch schlimmere Tragödie verhindert habe. Der Polizeichef verwies zudem auf die «heroische Tat» einer Lehrerin, die sich dem Schützen entgegenstellte. Sie habe ihr Mobiltelefon auf den Angreifer geschleudert und versucht, ihm die Waffe abzunehmen. Die Frau sei unverletzt geblieben, sagte Krantz.
Durch die Schüsse starben drei Jungen im Alter von 5, 8 und 11 Jahren sowie eine 25-jährige Lehrerin. Die Familie der Lehrerin teilte in einem Statement mit, dass die junge Frau ihre Arbeit liebte und an der Schule ihren «Traumjob» gefunden hatte. Ein 7 Jahre altes Kind und eine 54-jährige Lehrkraft waren mit Verletzungen ins Krankenhaus gebracht worden. Sie schwebten inzwischen nicht mehr in Lebensgefahr, hieß es.
Alle Opfer in einem Klassenzimmer
Zum Tathergang gaben die Ermittler an, dass sich sämtliche Opfer in einem Klassenzimmer befunden hatten. Die Schüsse seien in einem Klassenraum für Kinder mit besonderen Bedürfnissen abgegeben worden. Der Angreifer habe früher selbst zu den «special needs»-Schülern gehört.
Krantz machte keine Angaben dazu, wie der 16-Jährige an seine Waffe und die Munition gekommen war. Die Ermittlungen dazu liefen noch. Der Angreifer war im Besitz einer sogenannten Vorderschaftrepetierflinte, die häufig vereinfachend als «Pumpgun» bezeichnet wird. Er habe rund 15 Schüsse abgegeben und noch weitere 44 Schuss Munition bei sich gehabt.
Schusswaffengewalt ist trauriger Alltag in USA
In den USA gehört Schusswaffengewalt faktisch zum Alltag, die Opferzahlen gehen jedes Jahr in die Zehntausende. Pistolen und auch Waffen größerer Kaliber sind leicht zugänglich und millionenfach im Umlauf. Besonders folgenschwere Angriffe entfachen zwar immer wieder Debatten über eine Verschärfung des Waffenrechts – in der Regel bleiben diese aber folgenlos. Reformversuche scheitern letztlich meist am Widerstand der mächtigen Waffenlobby und ihr wohlgesonnener Republikaner.



