Gefühlvolles Kino-Juwel aus Italien: «Diamanti»

Kinostart - «Diamanti»
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Neu im Kino

Berlin (dpa) - Es ist zu schön, um wahr zu sein: Die Schneiderei der Schwestern Alberta (Luisa Ranieri) und Gabriella (Jasmine Trinca) im Rom der frühen 1970er-Jahre strahlt Schönheit pur aus. Das wird verstärkt durch einen lukrativen Auftrag für einen Spielfilm. Doch der Schein trügt. Die beiden und ihre Mitarbeiterinnen müssen nahezu rund um die Uhr schuften. Aller Glamour beruht auf harter Arbeit. Obendrein sorgen kleine und große Konflikte im Team für Turbulenzen.

Die Geschichte spiegelt sensibel, scheinbar nebenbei, das Problem der Unterdrückung weiblicher Selbstverwirklichung durch ganz auf Männer ausgerichtete Machtstrukturen. Als Ausweg daraus wird insbesondere die Solidarität der Frauen untereinander beschworen. Das ist märchenhaft. Aber die vor mehr als fünf Jahrzehnten spielende Handlung reflektiert dabei deutlich auch heutzutage Gewichtiges. Gleichberechtigung ist bekanntlich längst noch nicht überall selbstverständlich.

Ferzan Ozpetek, Italiener mit türkischen Wurzeln, gehört neben dem Spanier Pedro Almodóvar («Parallele Mütter») und dem Franzosen François Ozon («Der Fremde») zu den fantasievollsten Regisseuren des gegenwärtigen europäischen Kinos. Seine vorherigen Erfolgsfilme wie zum Beispiel «Hamam - Das türkische Bad» (1997), «Männer al dente» (2010) und «La Dea Fortuna - Die Göttin des Glücks» (2019) packen mit Esprit und Eleganz, Humor und Herzlichkeit sowie mit überbordenden Emotionen. So auch sein neuer Film, der in Italien zum Publikumsmagneten avancierte und an den Kinokassen sogar Blockbuster aus Hollywood übertrumpfte.

Schwelgerischer Film im Film

Das Zentrum des Melodrams ist ein schwelgerischer Film im Film über die Ereignisse in der Schneiderwerkstatt. Star der gefühlvollen Story als eine der Chefinnen ist Luisa Ranieri, bekannt aus Hits wie «Die Hand Gottes» und «Parthenope». Die Neapolitanerin begeistert mit dem fein gezeichneten Porträt einer Frau, die sich in der harten Geschäftswelt behauptet, ohne ihre Menschlichkeit einzubüßen. In einer Rahmenhandlung beleuchten Begegnungen Ferzan Ozpeteks mit Ranieri und den anderen Darstellerinnen den komplizierten Prozess der Realisierung einer fesselnden Geschichte fürs Kino.

Die zwei Ebenen eint ein pointiertes Nachdenken über die Möglichkeiten von Kunst, die oft triste Wirklichkeit mit Schönheit zu bereichern. Dabei wird klar, dass dies nur gelingen kann, wenn bei aller Lust am Träumen nie die Realität aus dem Blick gerät. Das gilt fürs Schneidern wie fürs Fabulieren - und wohl nahezu jeden Aspekt des Alltags. Das Publikum bekommt damit reichlich Anregungen für Gedanken, die weit über dieses emotionsgeladene Kino-Kleinod hinausweisen.

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Kinostart - «Diamanti»
Luisa Ranieri (l) als Alberta Canova und Jasmine Trinca als Gabriella Canova.© -/missingFILMs/dpa
Luisa Ranieri (l) als Alberta Canova und Jasmine Trinca als Gabriella Canova.
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